Der Landesverband WerteUnion Rheinland-Pfalz nahm als erste Partei überhaupt an der Rheinland-Pfalz Ausstellung teil. Sie war mit einem Infostand präsent und stellte sich auf der Bühne mit drei Themengesprächen im Rahmenprogramm vor.
Sylvia Pantel, stellvertretende Bundesvorsitzende der WerteUnion, und Elisabeth Schmidt, langjährige Schulleiterin und Vorstandsmitglieds im Landesverband, diskutierten mit der Slavistik-Professorin Henrieke Stahl, wie die aktuell sehr schwierige Situation an den Schulen gemeistert werden könnte: Lehrermangel mit Hunderten unbesetzter Stellen, speziell auch für den Deutschförderunterricht in Klassen mit überhöhtem Migrationsanteil u.a. aus der Ukraine, fehlende Differenzierung individueller Fähigkeiten und Mangel der Förderung von Leistungsbereitschaft sowie Mangel an berufspraktischer Orientierung sorgen für Unmut, schlechte Bildung und entsprechende Defizite auf dem Arbeitsmarkt. Die WerteUnion möchte dies ändern mit der Wiedereinführung eines gegliederten, aber durchlässigen Schulsystems, mit einer Stärkung der Lehrerausbildung durch mehr Quereinsteiger und mit einer Ausweitung der Autonomie der Schulen. „Leistung“, so Sylvia Pantel, „muss sich wieder lohnen, den Wettbewerb abzuschaffen wie zum Beispiel bei den Bundesjugendspielen ist genau der falsche Weg. Unsere Kinder müssen lernen mit Niederlagen klar zu kommen, und mit Übung und Leistung vorne zu stehen.“ Eine Familie mit Kindern zu gründen muss wieder attraktiv werden, finanziell wie gesellschaftlich, hierfür braucht es einen leichteren Weg zum Eigenheim und konkrete Unterstützung der Eltern, Kind und Arbeit zu verbinden.
Ein weiteres brennendes Thema unseres Landes ist die Wirtschaftspolitik. Jörg Meuthen, Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und stellvertretender Bundesvorsitzender der WerteUnion, erörterte mit seinem Kollegen von der Universität Witten-Herdecke und Spezialisten für Makroökonomie und Internationale Wirtschaft Professor André Schmidt, ob das „Modell Milei“ auch für Deutschland sinnvoll sein könnte, dessen Wirtschaft laut Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) trübe aussieht: „Nur eine Nation steht noch schwächer da“ als Deutschland, nämlich Mexiko[1]. Meuthen sieht als ein Hauptproblem der Wirtschaft an, dass „Deutschland an seiner Bürokratie erstickt. Mit ein paar Reförmchen ist da längst nicht mehr herauszufinden. Unser Land braucht einen Milei statt einen Merz, um sich aus dem Würgegriff der über Jahrzehnte selbstgeschaffenen Bürokratie zu befreien.“ Schmidt fordert entsprechend „Wachstum statt Schulden“ und eine „Liberale Wirtschaftsordnung statt staatlicher Wirtschaftslenkung“.
Das andere große Problem der Wirtschaft wird durch die deutsche Energiepolitik geschaffen. Klimaneutralität bis 2045 soll ohne deutsche Kernkraftwerke und nur durch sogenannte „grüne“ Energie vor allem aus Wind und Sonne erreicht werden. Helmut Gradic, Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik und Kerntechnik, warnt vor Netzinstabilität mit Dunkelflauten, vor hohen Energiepreisen und Energierationierung auch der Privathaushalte. Die Konsequenz seien die Deindustrialisierung und damit der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands. Thomas Maetzel, Wirtschaftsingenieur mit über 40 Jahre Praxis in allen Bereichen der Energieerzeugung und -versorgung, hat für alle Verbrauchsbereiche berechnet, dass wir bis 2045 die erneuerbare Stromerzeugung noch verzehnfachen müssten, verbunden mit Investitionen in Höhe von 8 Billionen Euro oder mehr und hohen Folgekosten. Würde die grüne Klimaneutralität durchgesetzt, bedeute dies eine gigantische Verschuldung eines Landes, dessen Unternehmen ins Ausland abwandern.
Die WerteUnion will, wie der Landesvorsitzende Peter Scholze festhält, diese Dystopie Deutschlands verhindern. Es braucht einen vernünftigen Energiemix mit zumindest übergangsweisem Erhalt fossiler Kraftwerke und Wiederaufbau von Kernkraft, um durch sichere und bezahlbare Energie die Deindustrialisierung zu stoppen und der deutschen Wirtschaft wieder einen starken Aufwärtstrend zu geben.
[1] https://web.de/magazine/wirtschaft/oecd-prognose-deutsche-wirtschaft-nation-schwaecher-40776064